An der Schauspielschule sollten wir singen.

Also sang ich „Die Dame mit dem Avec“ und alle amüsierten sich köstlich. Mein komisches Talent war erkannt…und lag dann brach!


Meines erstes Theater Engagement führte mich an das Landestheater Neuss. Meine ersten Rollen waren „Franziska" in Minna von Barnhelm, „Ophelia" in Hamlet und „ Warja“ im Kirschgarten von Anton Tschechow. Trotz allem blieb Zeit, um mich an mein komisches Talent zu erinnern!


Mein erstes Soloprogramm „Ich kann mir nicht helfen, ich finde mich schön!" entstand und kurz darauf schmetterte ich diesen Titel im turbogeilen Himmelszelt in Hamburg in die Menge.

 

Behauptung ist eben alles… nicht nur im Theater!

 

Lisa Pollit, Gunter Schmidt, Stefan Gwildis, Rolf Claussen und Ernie Reinhardt standen mit mir auf diesen wackeligen Brettern, die für uns die Welt bedeuteten. 1987 gewann ich mit einem Chanson von Edith Jeske den 1. Preis des Ralph Benatzky Chanson Wettbewerbes.

Am Flügel Rainer Bielfeld, der den Titel „ Ich bin verrückt nach jedem neuen Pianisten“ vertont hatte.  In der Aktuellen Schaubude, der NDR Talkshow, dem Roten Sofa war ich gerne Gast und Konzerte quer durch die Republik folgten.

 

Mit Irmgard Schleier, Eva Mattes und Eva Hagen ging es nach Moskau zum Frauenfestival.

Obwohl ich deutsche Chansons sang, schienen unsere Gastgeber jedes Wort zu verstehen.

Sie waren begeistert und ich auch.

Mit Hubertus Dreyer, meinem ersten Pianisten, spielten wir
Konzerte u.a im Malersaal des Schauspielhaus Hamburg, in den Hamburger Kammerspielen, im Winterhuder Fährhaus und in der Laeiszhalle Hamburg. Im Renitenz Theater Stuttgart folgte eine Fernsehaufzeichnung und beim SWR Baden Baden ein Rundfunkmittschnitt. Ob im Mainzer Unterhaus, im Miller `s Studio in Zürich, im Ticino in Wädenswil…Glück pur!

Gerne erinnere ich mich an einen Auftritt mit meinem Pianisten Jens Uwe Fiebig bei dem Kleinkunstfestival in Bozen, die Cabarena. Da ein heftiger Wind ging, war er den ganzen Abend damit beschäftigt die Noten mit Wäscheklammern zu sichern und das Publikum amüsierte sich prächtig.

 

Volker Kühn und Adam Benzwi stellten für Gisela May ein Programm jüdischer Musik der 20er und 30er Jahre zusammen. Gespielt wurde in der Kulturbrauerei in Berlin und im Tigerpalast in Frankfurt.

Karin Drechsel schrieb einen Theaterabend für mich. Big Blind Date…fiktiv wurde ich 40 Jahre alt, feierte hinter verschlossener Tür real im Loogensaal der Kammerspiele. Draußen herrschte der atomare Gau. Was bleibt an Kultur übrig, was bewegt uns, was erfüllt uns, was macht uns aus? Lieven Brunckhorst saß am Klavier und beflügelte das Saxophon. Unter Ihrer Regie spielte ich ebenfalls in F.K.Waechters „Eisprinzessin“ sechs verschiedene Rollen.

Ein grosses Vergnügen!

Mehrere Jahre war ich Sängerin und Moderatorin der Hamburger Stadtmusikatzen, einem sechsköpfigen Frauen Salonorchester. Eine Aufgabe, die mir erlaubte, meine schauspielerische Verwandlungslust hemmungslos auszukosten.

 

Beim ARD Wunschkonzert rollten uns Frau Berghoff und Max Schauzer den roten Teppich aus. Dann unser Auftritt in der Philharmonie in Berlin… Was für ein Gefühl, welch Akustik und welch eine Freude das Publikum zu begeistern !!!

Quer durch die Welt ging es mit Chansonabenden und Lesungen auf dem Traumschiff, der MS Europa, MS Columbus und MS Bremen. Ob im Panamakanal, am Nordkap, in der Antarktis, in Shanghai oder im Hafen von Hong Kong… es war immer eine Lust die Menschen an Board im besten Sinne zu unterhalten.

 

Zur Jahrtausendwende, sehr lasziv mit Federboa und Zigarettenspitze, im ARD Show Programm…beides mir eher fremd, aber schön war es doch.

 

Großen Dank an meine wunderbaren Begleiter Enrique Ugarte, Raul Alvarellos und Mathias Neumann. Französische Chansons auf der Bühne des Musical-theater Neuschwanstein. Ein Akkordeon, eine Klarinette und den vollen Klang des Flügels…Lebensfreude pur!

 

Mein wohl schönstes Geschenk nach einer Vorstellung erhielt ich in Langenargen am Bodensee. Eine begeisterte Zuschauerin schenkte mir aus Dankbarkeit für den berührenden Abend ein am Morgen frisch gelegtes Hühnerei, das sie im Auto hatte. Schöne Erinnerungen!!!

 

Ganz herzlich bedanke ich mich bei meinen wunderbaren Pianisten, die mich all die Jahre einfühlsam begleitet haben… Michael Beyer, Rainer Bielfeld, Adam Benzwi, Hubertus Dreyer, Sören Sieg, Ulrich Stolpmann, Henning Lucius, Jens Uwe Fiebig, Mathias Neumann, Tobias Bösel, Prof. Harald Lierhammer, Constantin Servatius, Philipp Geiß, Andreas Weber, Bart Berzonsky, Jochen Neufert.

 

Zuletzt möchte ich einen Menschen erwähnen, der mich all die Jahre als treuer Fan und Freund begleitet und unterstützt hat. Leider sitzt er jetzt nicht mehr leibhaftig in einer Vorstellung…aber ich weiss, dass er trotzdem da ist.

 

Ich freue mich …was das Leben wohl so bringt !